Ortsgeschichte Allendorf

Ersterwähnung

Ein Adliger namens Gerbolt verschenkte laut einer Schenkungsurkunde im Kloster Lorsch am 28. Mai 774 unter anderem seine Besitztümer in „Alderdorph“. Laut neuester Geschichtsforschung von 2013 ist hier tatsächlich unser Allendorf gemeint. Damit ist Allendorf älter als Wieseck oder Gießen und deshalb älteste noch heute bestehende Besiedlung auf dem gesamten Gießener Stadtgebiet. Zuvor bezog man sich auf eine Schenkungsurkunde vom 27. Februar 790, in der ein Adliger namens Winicho seine Besitztümer im Logenehe (Lahngau), so auch in „Aldentorph“ verschenkte.
Letzteres Datum diente zur Begründung der 1200jährigen Jubiläums im Jahr 1990, das sehr groß gefeiert wurde. Aldentorph oder Alderdorph bedeutet „altes Dorf“ und deshalb ist davon auszugehen, dass Allendorf noch sehr viel älter ist. Experten schließen schon alleine auf Grund des Namens die Geschichtsforscher auf einen Gründungszeitraum zwischen 400 und 700 n. Chr. Schließlich hielten sich ca. 2000 Jahren hielten sich im hiesigen Gebiet sowohl Germanen, Kelten als auch Römer auf. Die archäologischen Funde in der Gegend (keltisches Oppidum Dünsberg, römischer Limes, etc.) beweisen dies.


Mittelalterliche Zuordnung

Politisch gehörte Allendorf und weitere 13 Dörfer sehr lange zum „Amt Hüttenberg“, was als Teil des Lahngaues von den konradinischen Gaugrafen verwaltet wurde. Deshalb lautete in dieser Zeit die offizielle Bezeichnung für unseren Ort: „Allendorf im Hüttenberg“. Im 11. Jahrhundert kam das Amt Hüttenberg unter die Gleiberger Herrschaft. 1246 wurde dem Herren von Merenberg, der eine Gleiberger Grafentochter heiratete, die Gerichtsbarkeit über den Hüttenberg übertragen. In Allendorf befand sich das Hüttenbergische Vogteigericht, was für Grund- und Bodenangelegenheiten zuständig war. Flurnamen (z.B. Zehntfrei, Gerichtsspitz, Altes Gericht) weisen heute noch darauf hin. 1363 kam die Westhälfte des Gleiberger Besitzes durch Erbe und Heirat an die Grafen von Nassau-Weilburg. Das Amt Hüttenberg wurde fortan gemeinsam von Hessen-Darmstadt und Nassau-Weilburg verwaltet.


Teilung des Amtes Hüttenberg – fortan Grenzdorf

Am 16. Juni 1703 wurde im Amtssitz Langgöns der „Hüttenberger Hauptteilungsvertrag“ unterzeichnet. Danach wurde Allendorf gemeinsam mit den Gemeinden Langgöns, Kirchgöns, Pohlgöns, Leihgestern, Hausen und Annerod der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt zugeordnet, während die Gemeinden Dutenhofen, Lützellinden, Großrechtenbach, Hörnsheim, Hochelheim, Dornholzhausen und Niederkleen an der Grafschaft Nassau-Weilburg fielen. Seit dieser Zeit trägt unser Dorf offiziell die Bezeichnung: „Allendorf an der Lahn“ und ist als hessisches Grenzdorf umgeben von den hessischen Dörfern Kleinlinden und Heuchelheim, den nassauischen Dörfern Dutenhofen und Lützellinden sowie dem solmsischen Dorf Münchholzhausen. Deshalb gab es in Allendorf auch ein Zollamt 2. Klasse. Grenzstreitigkeiten gab es häufig an der Nordgrenze, weil die mäandernde Lahn häufig ihren Lauf änderte und dies Einfluss auf Weidegründe und Eigentum des Viehs. Mit einer Rechtsprechung 1753, spätestens aber mit der Lahnbegradigung um 1850 und der späteren Flurbereinigung war dieser Streit beendet. Die Grenzlage zu anderen Staaten war allerdings in kriegerischen Zeiten häufig die Ursache von Verwüstungen, Plünderungen und Belagerungen. So sind im Allendorfer Wäldchen am „Hoppenstein“ heute noch Reste von Schanzenanlagen aus dem Siebenjährigen Krieg (1756 bis 1763) zu finden, die auf Kampfhandlungen hindeuten.

Unter der Einquartierung zunächst französischer, dann preußischer und dann vor allem russischer Truppen (in den Befreiungskriegen gegen Napoleon zu Beginn des 19. Jahrhunderts) litt Allendorf ganz besonders und die hungernde Allendorfer Bevölkerung musste zum Überleben im Nachbarort Lützellinden zu Wucherpreisen und gegen Land Saatgut teuer erkaufen, was lange Zeit einen Schatten auf die Beziehung beider Dörfer zueinander warf. Weil die Einquartierungen am 3. November 1813 (mit über 1000 preußischen und russischen Soldaten der „Schlesischen Armee“ von Marschall Blücher) begannen und diese sich über mehrere Monate hinzogen, fand am 3. November 2013 eine Gedenkveranstaltung „1813 – Jagd auf Napoleon durchs Gießener Land“ in Allendorf statt. Bei der Neuordnung Europas durch den Wiener Kongress im Jahre 1815 kamen die Nachbardörfer Dutenhofen, Lützellinden und Münchholzhausen zur Rheinprovinz des Königreiches Preußen. An der Gemarkungsgrenze befinden sich heute noch die runden grauen Grenzsteine, die auf der einen Seite mit „GH“ für das Großherzogtum Hessen und mit „KP“ für Königreich Preußen auf die Staatsgrenze hinweisen. Auch sind vereinzelt auf älteren Grenzsteinen noch Hinweise auf das nassauische „N“ erkennbar. Diese Grenze hatte 1866 während des preußisch-österreichischen Krieges eine ganz besondere Bedeutung, weil da die Süd- und Westgrenze Allendorfs eine Staatsgrenze zu einem verfeindeten Staat, nämlich Preußen, darstellte. Allendorf/Lahn gehört seit dem 14. Juli 1821 zum Landratsbezirk Gießen der großherzoglich-hessischen Provinz Oberhessen, also zum Landkreis Gießen.


Allendorf - ein armes Bauerndorf

Allendorf/Lahn war schon immer eine recht arme Gemeinde. Eine Bemerkung in der Pfarrchronik von Pfarrer Welcker aus dem Jahre 1858 verdeutlicht dies:
„Wenn auch die Bewohner recht fleißig und betriebsam sind, so ist doch die Zahl der Vermögenden recht klein, der Grundbesitz gering, die Abgaben viele und besonders der Mangel an Holz sehr drückend (...)“
Waldbesitz war damals ein Indiz für den Reichtum einer Gemeinde.
Allendorf/Lahn jedoch hatte jedenfalls in Hüttenberger Zeiten neben dem nur sehr kleinen Waldbesitz am Hoppenstein noch Anteile am „Fernewald“ (zwischen Annerod und Steinbach). Dieser „ferne“ Waldbesitz war jedoch wegen der relativ großen Entfernung für die Allendorfer Bevölkerung so unattraktiv gelegen, dass die Gemeinde ihren Anteil bereits 1690 an die Stadt Gießen verkaufte.


Die alte Ortsbebauung

Neben der Kirche und den drei „Sorger Mühlen“ (Obersorger, Mittelsorger und Untersorger Mühle aus dem 16. und 17. Jahrhundert) stammen die ältesten heute noch stehenden Häuser Allendorfs aus dem 17. Jahrhundert.
Der alte Ortskern besteht aus dem Platz um die Linde und von dort aus wurde sternförmig 100 bis 200 Meter in alle Richtungen (Hüttenbergstraße, Obergasse, Friedhofstraße, Hintergasse und Untergasse) gebaut.

Das Backhaus war bereits um 1700 schon vorhanden, 1816 wurde ein Spritzenhaus angebaut.
Eine Gemeindescheune, ein Leiternhaus, ein Armenhaus, ein Wachthaus, die Bürgermeisterei (alte Schule), ein großer Saalbau, das bereits erwähnte Zollamt und ein Wasserpumpenhäuschen sind mittlerweile leider aus dem Ortsbild verschwunden.


Die Kirche

Die im Kern gotische Kirche stammt aus vorreformatorischer Zeit, wahrscheinlich aus dem 13. Jahrhundert.
Sie ist dem heiligen Vincentius geweiht.
Bereits im Jahre 1489 wurde eine Kapelle in Allendorf erwähnt.
Im 17. und 18. Jahrhundert wurde sie mehrfach erweitert. Vier umfangreiche Renovierungen fanden im 19. und 20. Jahrhundert, zuletzt 1976, statt. Der Turm stammt aus dem Jahr 1845.
Während der katholischen Zeit unterstand die Filialkirche dem Patronat der Herren von Buseck (Diözese Trier, Dekanat Wetzlar).
Im Jahr 1555 wurde Allendorf evangelisch.
Bis 1962 war die Allendorfer Kirche eine Filialkirche (bis 1592, 1611 bis 1618, 1703 bis 1962 von Großen-Linden, 1592 bis 1611 von Heuchelheim, 1618 bis 1627 von Dutenhofen, 1627 bis 1703 von Lützellinden).
Am 1. September 1962 hatten die evangelischen Christen von Alllendorf/Lahn schließlich eine selbständige Kirchengemeinde, nachdem bereits im Jahr 1958 ein Pfarrhaus in der Kleinlindener Straße gebaut wurde.


Die Schule

Bis 1703 (Teilung des Hüttenberges) gingen die Allendorfer Kinder nach Lützellinden zur Schule.

Danach wurde am Ort selbst zunächst in einem Bauernhaus eine Schule eingerichtet.
1765 wurde neben der Kirche ein neues Schulgebäude gebaut, welches später die Bürgermeisterei beherbergte. Dieses Haus wurde 1983 abgerissen und auf dessen Grundmauern wurde das Evangelische Gemeindehaus errichtet.
In den Jahren 1884, 1908 und 1976 wurden die einzelnen Schulgebäude an dem heutigen Standort in der Hüttenbergstraße errichtet.
Allendorf/Lahn und Gießen gründeten 1967 zum Bau einer Mittelpunktschule in Kleinlinden einen Schulzweckverband. Diese Schule ist heute eine Gesamtschule und heißt: „Brüder-Grimm-Schule“.
1970 ging die Schulträgerschaft für die Allendorfer Grundschule von der Gemeinde auf den Landkreis Gießen und 1971 mit der Eingemeindung auf die Stadt Gießen über.
Heute trägt die Allendorfer Grundschule den Namen „Kleebachschule“ und wir hoffen, dass uns der Schulstandort noch lange erhalten bleiben kann.


Die beiden Weltkriege

Im ersten Weltkrieg kamen aus Allendorf/Lahn 23, im zweiten Weltkrieg 41 Soldaten ums Leben. Ein Denkmal an der Kirche erinnert an die Gefallenen.
Während des zweiten Weltkrieges war in Allendorf eine Flak-Batterie stationiert, die allerdings gegen die Bombenangriffe auf Gießen nicht viel ausrichten konnte.
Am Tage der letzten Kampfhandlungen vor Ort wurden die Ober- und die Mittelsorger Mühle sowie einige Wohnhäuser in der Bergstraße beschädigt.
Einige Soldaten, die die US-amerikanischen Streitkräfte westlich von Allendorf noch aufhalten wollten, fielen und wurden zunächst auf dem Allendorfer Friedhof bestattet, später aber auf den Soldatenfriedhof im Kloster Arnsburg umgebettet.
Allendorf blieb ansonsten - bis auf einige Bombentrichter im Feld – von direkten Kriegshandlungen verschont und wurde am 28. März 1945 durch die Alliierten besetzt bzw. befreit.
Diese ernannten Otto Volk zum Bürgermeister und setzten einen demokratischen Gemeinderat ein.


Heimatvertriebene - Neubürger

Ab April 1946 kamen etwa 350 Heimatvertriebene in Allendorf an. Deren Unterbringung war – wie auch anderenorts – nicht leicht durchzuführen. In der Bergstraße wurden in der Folgezeit zur kurzfristigen Wohnraumbeschaffung mehrere Behelfsheime errichtet.
Durch viel Verständnis und Toleranz auf beiden Seiten haben sich die Heimatvertriebenen wie auch ihre Nachkommen in Allendorf/Lahn integriert und sind hier heimisch geworden.
Überhaupt sind die Allendorfer für ihre Toleranz und ihre Integrationsbereitschaft gegenüber Neubürgern bekannt; das gilt für die Aufnahme der Heimatvertriebenen gleichermaßen wie für die Neubürger aus den Neubaugebieten und das gilt auch noch heute!


Die Entwicklung seit 1945

Dem ehrenamtlichen Bürgermeister Volk gelang es recht schnell, eine funktionierende demokratisch orientierte Verwaltung aufzubauen.
In der Nachkriegszeit wurden einige Projekte umgesetzt:
Die Wasserversorgung, die bereits seit Beginn des 20. Jahrhunderts mit Pumpenhaus und Hochbehälter vorhanden war, wurde modernisiert.
Eine Gemeindedreschhalle wurde errichtet (mittlerweile wieder abgerissen), ein Lehrerwohnheim wurde (in der Triebstraße) gebaut, Feldwege wurden befestigt, die Kanalisation installiert und eine neue Kleebachbrücke wurde gebaut (sie ist allerdings bereits schon wieder fällig).
Schließlich wurden in den sechziger Jahren die Ortsstraßen saniert und Bürgersteige hergestellt, ein Gebäude, das den Kindergarten, die Feuerwehr und die Gemeinschaftsgefrieranlage beherbergt, wurde erbaut, ein Neubaugebiet mit über 140 Bauplätzen („Am Gießer Weg“) wurde erschlossen und die Aufträge zur Planung für die Mehrzweckhalle und die Sportanlage wurden vergeben.
Allendorf schloss sich neben dem bereits erwähnten „Schulzweckverband“ auch den Zweckverbänden „Mittelpunktschwimmbad Lindbachtal“ und dem „Abwasserverband Kleebachtal“ an
Ab Januar 1969 hatte Allendorf/Lahn mit Rudi Binz einen hauptamtlichen Bürgermeister.


Die kommunale Gebietsreform

Ab Ende der sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts war absehbar, dass die finanzschwache Gemeinde Allendorf/Lahn in nächster Zeit ihre Selbständigkeit verlieren würde.
Ohnehin sollte mittelfristig im mittleren Lahntal eine Großstadt entstehen. Im Vorgriff darauf beschloss die Gemeindevertretung einstimmig nach vorheriger Bürgerversammlung, sich per Grenzänderungsvertrag zum 1. Oktober 1971 der kreisfreien Universitätsstadt Gießen anzuschließen.
Allendorf/Lahn wurde ein Stadtteil von Gießen und erhielt die Bezeichnung „Gießen-Allendorf/Lahn“ oder postalisch: „Gießen 8“.
Um eine politische Volksvertretung vor Ort beizubehalten, wurde ein Ortsbeirat gebildet, dem bis 1976 Ortsvorsteher Helmut Bellof vorstand.
Am 1. Januar 1977 entstand schließlich aus den Städten Gießen (mit Allendorf/Lahn, Kleinlinden, Rödgen und Wieseck), und Wetzlar (mit Dorlar), sowie 14 weiteren Gemeinden [Atzbach, Dutenhofen, Garbenheim, Hermannstein (mit Blasbach), Heuchelheim (mit Kinzenbach), Krofdorf-Gleiberg, Launsbach, Lützellinden, Münchholzhausen, Nauborn, Naunheim, Steindorf, Waldgirmes und Wißmar] die kreisfreie Großstadt „Lahn“ mit insgesamt über 156.000 Einwohnern.
Der Stadtteil „Lahn-Allendorf“ gehörte dabei zum Stadtbezirk „Dutenhofen“
Mit der Auflösung der Stadt Lahn wurde wieder zum 1. September 1979 die nunmehr kreisangehörige Universitätsstadt Gießen gegründet.
Die Allendorfer Bevölkerung stimmte mit sehr deutlicher Mehrheit (98,9 %) für einen Anschluss an Gießen.
Erhard Hoffmann wurde Ortsvorsteher und blieb dies auch bis 1997.


Allendorf als Stadtteil

Der Anschluss an Gießen hatte einige deutliche Vorteile, nämlich den Anschluss an das Stadtbusnetz und die Finanzierung der Mehrzweckhalle und des Sportgeländes durch die Stadt (rund 4,2 Mio. DM), für das eine selbständige Gemeinde Allendorf/Lahn hätte das Allendorfer Wäldchen verkaufen müssen.
Außerdem wurde der ganze Ort an die Fernwasserversorgung angeschlossen.
Leider wurde aber auch eine zunächst städtische (später Kreis-) Abfalldeponie in Allendorf errichtet, die dann zwanzig Jahre lang im aktiven Betrieb war und derzeit – nach rund 30 Jahren – endlich abgedichtet und anschließend rekultiviert wird.
Eine Verbindungsstraße nach Gießen wurde mit Rad- und Gehweg gebaut und ersetzte einen „Grüner-Plan-Weg“, auf dem bislang eigentlich nur der Stadtbus verkehren durfte.
Die Wohnbau Gießen errichtete fünf Wohnblocks und auch durch die beiden Neubaugebiete („Am Gießer Weg“ und „Am alten Sportplatz“) wuchs die Bevölkerung des Stadtteils bis in die neunziger Jahre stetig bis auf über 2.000 Einwohner an.
Leider ist aber die Bevölkerung in jüngster Zeit auf unter 1.900 gesunken, weil seit nunmehr 30 Jahren kein Baugebiet mehr aufgelegt wurde und innerhalb der Ortsbebauung heute kaum noch freie Bauplätze vorhanden sind. Deshalb wird seit einigen Jahren gefordert, das im städtischen Flächennutzungsplan vorgesehene kleine Baugebiet „Allendorf-Ost“ aufzulegen.
In den achtziger Jahren wurden der Kindergarten und das Feuerwehrhaus erweitert, eine neue Friedhofskapelle errichtet und das Backhaus renoviert.

Das ganze Jahr 1990 über fanden Veranstaltungen anlässlich der 1200-Jahr-Feier statt, zu der auch eine umfangreiche und lesenswerte Ortschronik heraus gegeben wurde. Nach damaligen Forschungsstand ging man noch von einer Ersterwähnung am 27. Februar 790 aus, aber aufgrund eines Gutachtens des Hess. Staatsarchives vom 28. Februar 2013 ist nun eine Urkunde vom 28. Mai 774 als Ersterwähnungsdatum maßgeblich.

In den neunziger Jahren wurde eine Rad- und Gehwegverbindung nach Lützellinden geschaffen.

Weil Allendorf/Lahn im Sommer 1981 von einem Jahrhunderthochwasser und in der Folgezeit auch noch in immer kürzeren Abständen von weiteren Hochwassern heimgesucht wurde, erbaute nach zähen Verhandlungen im Jahr 2000 der „Wasserverband Kleebach“ einen Hochwasserdamm und gestaltete die rechte Kleebachaue naturnah um.
Dieses Areal hat sich zu einem sehenswerten Erholungsgebiet entwickelt. Wenn in Kürze die ehemalige Kreisabfalldeponie noch fertig rekultiviert sein wird, besteht auch dort die Chance, dieses Gebiet für Erholungs- und Freizeitzwecke zu nutzen, denn zwischen Hochwasserdamm und dem Gelände der ehemaligen Kreisabfalldeponie befindet sich die größte zusammenhängende Streuobstwiesenfläche Oberhessens, die aus naturschutzrechtlicher Sicht als „besonders wertvoll“ eingestuft worden ist.
Die Sanierung der Ortsdurchfahrt, die während des Betriebs der Deponie stark in Mitleidenschaft gezogen wurde, ist im Herbst 2007 abgeschlossen worden. Für Ärger sorgte im Ort, dass ausgerechnet bei diesen Straßen, die seit vielen Jahren zur Sanierung anstehen, die Straßenbeitragssatzung der Stadt Gießen greifen soll.

Im Jahr 2005 beschloss der Ortsbeirat ein Ortswappen, auf dem als Identitätsmerkmale die Gewässer Lahn und Kleebach, das Schweizerkreuz (wegen des Ortsnecknamens „Schweizer“), die Farben rot und silber (wegen der Zugehörigkeit zu Hessen) und der Gießener Greif (wegen der Zugehörigkeit zur Stadt Gießen) beinhaltet sind.

Um mit der Zeit zu gehen ging am 1. Januar 2007 die Homepage www.allendorf-lahn.de online.

Im Jahr 2008 nahm Allendorf/Lahn an dem Landeswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" teil und holte im Regionalentscheid "West" den 1. Platz. Die Arbeitsgruppe "Unser (Allen-)Dorf hat Zukunft" hat dabei ganze Arbeit geleistet.
2009 hat Allendorf/Lahn diese Region beim Landesentscheid vertreten und landete unter den besten 10 Dörfern Hessens.

Ein Rundweg um Allendorf/Lahn (mit Tafeln zur Geschichte, Landschaft, Flora und Fauna sowie Sitzgelegenheiten) ist seit 2011 nach und nach geschaffen worden. Mit dem Zugang auf den "Aussichtsgipfel" (auf der ehemaligen Kreisabfalldeponie) ist der Rundwanderweg im Herbst 2014 fertig gestellt worden. 2015 feierten die Allendorfer mit einer "Völkerwanderung" die Einweihung des Rundwanderweges.

Seit 2014 entsteht in Richtung Kleinlinden das Neubaugebiet „Ehrsamer Weg“ mit über 100 Bauplätzen. Allendorf und seine Vereine freuen sich auf die Neubürger/Innen und begrüßen sie ganz traditionell mit einer Delegation, die eine Willkommensbroschüre, Brot und Salz überreicht.

Die Ortsgeschichte hier als pdf Datei herunterladen
Text: Thomas Euler, Allendorf